TACAPAD, Cuenca

Nachdem wir das Cafetcétera in Otavalo geschlossen haben, sind Rahel Ehrsam und Washo Buendia in Cuenca fleissig in ein neues Projekt gestartet. Sie haben eine lokal anerkannte und registrierte Stiftung gegründet und ein Lokal gesucht und dann zu Beginn vor allem Klinken geputzt, um Bewilligungen, offizielle Papiere und auch Teilnehmende für das neue Atelier TACAPAD zu finden.  Derweil hat Petra Schneider zusammen mit dem Vorstand in der Schweiz versucht, Gelder für das neue Projekt zu generieren.

TACAPAD bedeutet Taller de capacitaciones para personas con discapacidad und die Idee des Ateliers war es einerseits, den Teilnehmenden mit Beeinträchtigung eine Struktur zu bieten, einen Ort, an welchem sie lernen können, was vielleicht in der Schule zu kurz gekommen ist und an welchem das Praktische und das Training von Selbständigkeit an erster Stelle stehen. Andererseits stand das Thema Arbeit im Zentrum und das Erlernen von Arbeitsprozessen und Abläufen als wichtiges Ziel. Alles mit der Absicht, die Integration in die Gesellschaft und die Autonomie der Teilnehmenden zu fördern, getreu der Grundidee aus dem vorhergegangenen Tun im Cafetcétera. Auch die Begleitung der Teilnehmenden bei Praktika in öffentlichen Betrieben, die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen waren zentrale Bestandteile des Alltags im Atelier TACAPAD.

Der Verein Etcétera wurde in der Schweiz der direkte Partner und Unterstützer der Stiftung TACAPAD. Alle Gelder, die wir vom Verein gesammelt und erarbeitet haben, flossen direkt in die Arbeit der Stiftung TACAPAD. Ebenfalls flossen Ideen und konzeptuelle Unterstützung direkt vom Verein in die Arbeit in Cuenca ein.

Leider war es von Anfang an etwas schwierig mit den begrenzten Mitteln alle Ideen umzusetzen und vor allem auch geeignetes und ausgebildetes Personal in Cuenca zu finden. Trotzdem konnten 4 Jahre lang im Schnitt 10 Teilnehmende täglich vom Atelier TACAPAD profitieren, neue Erfahrungen sammeln, lernen und verbessern. Die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Betrieben funktionierte auch gut.

Anfangs 2020 trafen uns aber leider personelle Probleme in Cuenca sehr hart, wir konnten den Ausfall nicht auffangen und merkten, dass wir zu wenig vernetzt und abgestützt gewesen waren vor Ort. Wir versuchten alles Erdenkliche, um eine Lösung zu finden, mussten jedoch einsehen, dass es nicht möglich war, das Atelier weiterzuführen wie bisher. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt auch die Corona- Pandemie. Ecuador hat im März 2020 alle Bildungseinrichtungen geschlossen im ersten drastischen Lockdown (welcher mehrere Monate dauerte) und bis über ein Jahr später waren die Einrichtungen zu Online-Unterricht verdonnert. Etwas, das für unsere Arbeit nicht möglich gewesen wäre und das die Suche nach NachfolgerInnen für die Betreuung und Führung des Ateliers sehr erschwerte. Schweren Herzens entschlossen wir uns zusammen mit der Stiftung TACAPAD in Cuenca deshalb, das Atelier TACAPAD zu schliessen und die Zusammenarbeit des Vereins Etcétera mit der Stiftung TACAPAD zu beenden.

Aber wir als Verein Etcétera hätten den Verein nicht Etcétera getauft, wenn wir nicht noch viele weitere Ideen und Themen hätten, die uns interessieren und für welche wir uns engagieren möchten. In der GV 2021 haben wir uns dazu entschlossen, den Vereinszweck zu ändern und unsere Energie und unser freiwilliges Engagement nun in der Schweiz, wo wir wohnhaft sind, im Bereich Menschen auf der Flucht einzusetzen. Hier geht’s zum aktuellen Tun und Treiben unseres Vereins.